Gebrüder Sach auf Rekordkurs

Mit ihrem neuen Katamaran steuern die Brüder Helge und Christian Sach ihren 21. TW-Sieg an. Foto: segel-bilder.de

Gelingt 2021 Sieg Nummer 21? Die Zeit scheint reif zu sein für eine Aufstockung des Siegrekords bei der Travemünder Woche. Die Brüder Helge und Christian Sach sind jedenfalls in Topform, um ihrer Trophäensammlung bei ihrem Heimevent einen weiteren Siegerpokal hinzuzufügen. 2015 konnten sie zum 20. und bisher letzten Mal auf der Travemünder Woche triumphieren, nun gehen sie mit neuem Boot und großem Erfolg im Rücken als Top-Favoriten der Formula 18 an den Start.

Vor drei Wochen gelang den Weltmeistern von 2006 bei der aktuellen WM in Italien der unerwartete Sprung in die Top-Ten. Mehr noch: Lange lag das Team des Lübecker Yacht-Club auf Rang zwei. Am Finaltag rutschten sie aber noch aus den Medaillenrängen, wurden knapp geschlagen Vierte. Inzwischen ist die Enttäuschung über das verpasste Edelmetall verdaut und dem Stolz über die Leistung gewichen. „Wenn man uns vorher nach Platz vier gefragt hätte, hätten wir die Gratulation gern angenommen. Jetzt waren wir direkt nach der letzten Wettfahrt schon enttäuscht. Aber wir haben auch gesehen, dass wir eine Leistung geboten haben, die wir selbst nicht vermutet hätten, bringen zu können. Ziel war die Top-Ten, daher ist der vierte Platz einfach sensationell“, sagt Helge Sach in Vorbereitung auf die Travemünder Woche und mit den nötigen Abstand vom WM-Geschehen.

Einen Grund für den aktuellen Höhenflug sehen die Sach-Brüder in ihrem neuen Katamaran: „Das Boot ist super auf uns zugeschnitten. Wir kommen auch bei viel Wind, bei dem wir in den letzten Jahren immer langsam waren, mit diesem Boot unheimlich gut zurecht. Wir haben bei Wind unsere besten Ergebnisse zur WM eingefahren“, erklärt Christian Sach. Das neue Akurra-Design von Goodall ist insbesondere in der Bugsektion verändert worden. Der scharfe Wavepiercer-Bug geht schnell in einen voluminösen Rumpf über. Damit zerschneidet der F18 zwar die Wellen, taucht aber nicht tief ein und lässt sich damit gut kontrollieren. Die verbesserte Windanströmung vom Vor- zum Großsegel bringt zudem Geschwindigkeit. Das haben die Sach-Brüder gut auf der Bahn umsetzen können. Und es wäre wohl noch besser gelungen, wenn die Auslieferung des Bootes nicht auf sich hätte warten lassen. Christian Sach: „Wir hätten mehr trainieren müssen – mindestens eine Woche. Auch mal mit guten Leuten! Dann hätten wir den zweiten Platz auch gehalten. Garantiert!“

Die Favoritenrolle zur Travemünder Woche wollen die Sach-Brüder nach dem WM-Erfolg nicht von sich weisen. „Das sind wir sicher, da es keinem anderen deutschen Team, das an der Travemünder Woche teilnimmt, gelungen ist, unter die Top-Ten der WM zu kommen“, so Helge Sach, der ein klares „Aber“ hinterher schiebt: „Wir haben mit Jesse Lindstädt, der mit seinem Vater Sven segelt, einen Steuermann am Start, der sonst den olympischen Nacra 17 an 250 Tagen im Jahr wie ein Profi segelt und voll im Saft steht. Und er hat uns bei den German Open vor der WM auch schon geschlagen. Das wird die härteste Konkurrenz sein. Da sind wir uns sicher.“

Zudem sind bei der Travemünder Woche im Vergleich zur WM ganz andere Fähigkeiten gefordert. Während es bei 80 Kats in einem Start bei der Weltmeisterschaft vor allem auf taktische Finessen ankam, geht es im 20er-Feld der TW um das maximale Speedpotenzial. „Wir werden sehen, wie wir uns in dem kleinen Feld schlagen“, so Helge Sach. Und mit Blick auf den eigenen TW-Siegrekord? „Wir hoffen!“

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